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Die skandinavische Küche zeichnet sich durch eine reiche Esskultur aus und zählt heute, dank einiger innovativer Köche, zu den besten der Welt. Moltebeeren, Lachs, Rentierfleisch: Die heimischen Zutaten werden im Norden äußerst kreativ und facettenreich eingesetzt. Die Rezepte besinnen sich dabei meist auf die kulinarischen Wurzeln und regionalen Eigenheiten – und das natürlich besonders an Weihnachten …

Schweden: Feiern mit Nachbarn und Freunden

Im hohen Norden werden die Festtage sehr ausgiebig und ausgelassen gefeiert. Los geht’s am 13. Dezember mit dem Luciafast, das seinen seinen Ursprung in Schweden hat. In Gedenken an die Heilige Lucia ziehen an diesem Tag Gruppen von Kindern in weißen Gewändern umher und singen Lucialieder.

An Heiligabend hat in Schweden das „julbord“, der Weihnachtstisch, Tradition. Dazu gehören Brot, Käse, Kartoffeln, Schinken, Köttbullar, diverse Fischsorten und Meeresfrüchte. Nach dem Festmahl wird – wie fast überall im hohen Norden – um den Baum getanzt und danach beschert.

Getränke-Tipp:

Die Schweden geben in den allseits begehrten „gløgg“ gerne Mandelsplitter und Rosinen, die man während dem Trinken wieder herausfischt. Auch „julmust“, ein würziger Weihnachtsmost mit Cola-Note ist sehr beliebt.

Dänemark: „hyggelig“ durch die Weihnachtszeit

Getränke-Tipp:

Zum wohligen Weihnachtsgefühl „julehygge“ passt  „juleøl“, das beliebte Weihnachtsbier. Es ist hochprozentig und schmeckt etwas nach Lakritze. Der Fassanstich im November wird landesweit ausgiebig gefeiert.

An Weihnachten erreicht die dänische „hyggeligkeit“ – übersetzt bedeutet das soviel wie Gemütlichkeit, Geselligkeit – ihren  Höhepunkt in der „julehygge“. Da darf gutes Essen nicht fehlen: Schon in der Vorweihnachtszeit wird ausgiebig geschlemmt, z.B.  bei der „julefrokost“ – ein großes Buffet aus warmen und kalten Speisen.

An Heiligabend besteht das Festessen traditionell aus Gans, Ente oder Pute – gerne mit in Cognac getränkten Backpflaumen, Äpfeln, Lorbeer und Thymian gefüllt – oder Schweinebraten. Den Krustenbraten gibt es auch oft als zweites Hauptgericht. Dazu werden Weißkohl oder Rotkraut, kandierte Kartoffeln und die typische braune Sauce gereicht. Zum Dessert gibt’s den „ris à l'amande“ – eine echt dänische Delikatesse. Dieser Milchreis wird mit viel Sahne und Vanille zubereitet. Wer die Mandel findet, die zum Schluss in einer der Schüsseln versteckt wird, bekommt ein kleines Geschenk.

Finnland: Erst schwitzen, dann schlemmen

Mit Freunden und Kollegen stimmt man sich in Finnland früh auf die bevorstehende Weihnachtszeit ein, z.B. mit der „pikkujoulu“, der kleinen Weihnacht, die schon im November mit vielen kulinarischen Freuden stattfindet. An Weihnachten selbst macht den Auftakt eine Vorspeise mit verschiedenen Fisch-Variationen, z.B. von Hering und Stockfisch. Der Rosolli-Salat aus Salzheringen, Kartoffeln, Karotten, Rote Bete, Fleisch, Äpfeln und eingelegten Gurken darf dabei nicht fehlen. Im Mittelpunkt steht aber zweifellos der Weihnachtsschinken, der „joulukinkku“. Rund zehn Kilo wiegt der „König der Weihnachtstafel“, wie ihn die Finnen nennen. Er wird gerne mit würziger Senfkruste gebacken und mit Erbsen, Backpflaumen oder Apfelstückchen garniert. Dazu gibt es Aufläufe, z.B. aus Steckrüben, Karotten, Kartoffeln oder Leber. Alternativ wird an Weihnachten auch gerne Lamm-, Reh-, Elch-, Puten- und Wildentenfleisch gegessen.

Getränke-Tipp:

Der finnische Glühwein, genannt „gløgi“, wird mit Johannisbeersaft, Zimt, Nelken, geriebenen Zitronenschalen, Kardamom sowie Zucker zubereitet und gerne mit einem Schuss Wodka verstärkt.

Norwegen: Weihnachtsgrüße aus Wikinger-Zeiten

In der Vorweihnachtszeit werden im dunklen Norwegen die Straßen und Häuser üppig mit Lichterketten und Kerzen beleuchtet. Auch hier ist das „julebord“, also das weihnachtliche Buffet in der Adventszeit weit verbreitet.

An Heiligabend geht es hingegen ganz eigen und urig zu: Traditionell wird ein „smalahove“, ein Schafskopf, aufgetischt. Er wird geteilt, mehrere Tage in Wasser eingelegt, gesalzen, dann mit speziellem Holz geräuchert, zum Schluss gegart und mit Augen, Ohren, Zunge, aber ohne Hirn verspeist. Das Fleisch ist dann so weich, dass es vom Wangenknochen fällt. Beschreibungen nach schmeckt es exotisch und delikat. Als Beilage gibt es Kartoffelpüree und Wurzelgemüse. Früher trank man dazu vergorene Milch oder Bier. Heute „Aquavit“ – ein Kümmelschnaps. Weitere typische Weihnachtsgerichte sind Schweinerippchen, gepökelte Lammrippe und Fischgerichte mit Dorsch oder Kabeljau.
Als Dessert wird eine Art Christstollen mit Rosinen, Nüssen und Kardamom serviert.