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Weihnachten ist in Russland nach Ostern das wichtigste Fest des Jahres.  Allerdings feiert es die russisch-orthodoxe Bevölkerung nicht am 24. Dezember sondern am 7. Januar, da sich hier die Zeitrechnung nach dem alten julianischen Kalender richtet, der gegenüber dem gregorianischen Kalender um 13 Tage versetzt ist. Der Heiligabend wird also am 6. Dezember gefeiert. Allerdings war Weihnachten nach der Oktoberrevolution 1917 verboten und wurde erst 1991 wieder zum offiziellen Feiertag. So sind viele Sitten und Bräuche verloren gegangen, aber einige wurden wieder eingeführt. Dazu gehört die 40-tägige Fastenzeit.

Fasten bis zum Fest

Die religiös motivierte Fastenzeit wird eingehalten, um für die Begegnung mit dem Sohn Gottes Körper und Geist zu reinigen. Sie beginnt 40 Tage vor Weihnachten, also am 28. November. Während dieser Zeit sind nur bestimmte Lebensmittel erlaubt. Dazu gehören Nüsse, Trockenfrüchte und Honig, die in Maßen gegessen werden dürfen. Zutaten tierischen Ursprungs sind komplett von der Speisekarte gestrichen. Nur am Wochenende sind etwas Fisch und Wein erlaubt. Typische Gerichte fürs Weihnachtsfasten sind Suppen wie z.B. die Schtschi, eine leichte Kohlsuppe, Brei-Varianten zum Beispiel aus Buchweizen mit Pilzen und Trockenfrüchten oder gegartes Gemüse wie geschmorter Weißkohl. Beim Fasten geht es vor allem darum, in allen Lebensbereichen enthaltsam zu sein. Das strenge Fasten endet um Null Uhr am 7. Januar und das Weihnachtsfest kann beginnen.

Ein opulentes Fest-Gelage

Die Feierlichkeiten beginnen am Abend des 6. Januars mit langen Gottesdiensten. An Weihnachten selbst, geht man gleich morgens zur Frühmesse. Danach wird im Familienkreis gefeiert. Abends wird das Festessen aufgetischt. Es ist sehr reichhaltig und eine gute Basis für all den Alkohol, der ausgeschenkt wird: Wein, Wodka und Schampanskoje, eine russische Variante des Champagners, dürfen auf keiner Tafel fehlen. Das Weihnachtsessen beginnt mit traditionellen Vorspeisen. Dazu gehört der Oliviersalat, der mit Kartoffeln, Salzgurken, Hähnchen- und Rindfleisch, Eiern, Karotten, Erbsen und viel Mayonnaise zubereitet wird. Traditionell gibt es auch viele Fischspezialitäten, wie den „Hering unterm Pelz“. Der „Pelz“ ist in diesem Fall eine Mischung aus Kartoffeln, Mayonnaise, Eiern, Karotten und Rote Bete, die den Fisch bedeckt. Hartgekochte, halbierte Eier, mit Hering, Pastete oder Kaviar gefüllt, gehören auch zum Vorspeisenensemble. Dazu werden Mandarinen, Orangen, Oliven, Sülz-Variationen und Pilze serviert. Nach dem üppigen Einstieg folgt das Highlight: Die Gans oder Ente mit Kartoffelpüree. Zum Dessert gibt es Pralinen.

Am Tag danach wird gegen Völle- und Katergefühle eine Buchweizengrütze mit Tee und Honig zu sich genommen.